EXHIBITIONS & PROJECTS
Film Works
- „Ain’t no Sunshine – When she’s gone“ (11 Min., 2008)
- Uraufführung (DE): 09.11.2008, 22. Internationales Filmfest Braunschweig (Programm der HBK Braunschweig) & HBK-Rundgang.
- Aktuelle Aufführungen: Kontinuierlich im Programm der HBK Braunschweig. Zuletzt: 2025 | Grenzgänge: Kurzfilmprogramm: Geburt/Leben/Tod (Einführung ins Semesterprogramm: Prof. Michael Brynntrup). HBK Filmforum.
- „Plexuspapillon“ (2002)
- Uraufführung (DE): 08.11.2002, 16. Filmfest Braunschweig & HBK-Rundgang. Filmbüro Nds. Archiv.
Visual & Graphic Design
- 2022 | „enlightening the parliament“: Grafische Gestaltung des Kunstvermittlungs-Projekts der HBK Braunschweig zum 75-jährigen Jubiläum des Niedersächsischen Landtages. HBK-BS News.
Selected Group Exhibitions
- 2010 | „Schnittraum Handlung und Tat“ (08.12.2010), Galerie der HBK Braunschweig.
- 2005 – 2006 | „Team 404“, Ausstellungen im Rahmen der Armlederklasse, u. a. HBK-Rundgang.
Current Practice
- Kontinuierliche Arbeit im künstlerischen Bereich sowie in der Kunstvermittlung, u. a. als Lehrkraft für Kunst.
Die Reduktion der Fläche: Monochrome Malerei und das Spiel mit Farbtiefe, Licht und haptischer Materialität
1. Einleitung und konzeptionelle Verortung im digitalen Portfolio
Die Verschränkung von freier künstlerischer Produktion und institutionskritischer Kunstvermittlung bildet das Fundament zeitgenössischer Kunstpraxis (vgl. Mörsch 2009; Sternfeld 2014). Dieser Text dokumentiert und reflektiert eine Werkbiografie, die über zwei Jahrzehnte hinweg eng mit der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig verwoben ist (vgl. HBK-BS Hauptseite). Der Bogen und die kunsttheoretische Genese spannen sich dabei von frühen, experimentellen filmischen Arbeiten über kollektive Ausstellungsformate der Armlederklasse bis hin zu großformatigen Projekten im öffentlichen Raum.
In der Gegenwart erweitert sich dieses analoge und institutionelle Gefüge maßgeblich um die Dimension des Internets, das als aktiver, dezentraler Verhandlungsraum fungiert (vgl. Meyer 2011; Stallschus 2017). Die digitalen Plattformen brechen das klassische, hermetisch abgeriegelte Künstlerportfolio auf und erweitern es um einen dezentralen, hypertextuellen Hyperraum. An dieser virtuellen Schnittstelle erfährt auch die monochrome Malerei ihre zeitgenössische Verortung. Das Internet dient hierbei als Brücke zwischen der physischen Textur im Atelier und einer globalen, vernetzten Sichtbarkeit.
2. Das filmische Œuvre: Zwischen Erstaufführung und zyklischer Rezeption
Das filmische Schaffen wird maßgeblich durch zwei Arbeiten definiert, die an den historischen Schnittstellen des Internationalen Filmfests Braunschweig (IFF) uraufgeführt wurden (vgl. Filmbüro Niedersachsen Archiv):
- „Plexuspapillon“ (2002): Die Uraufführung dieses frühen Kurzfilms erfolgte am 8. November 2002 im offiziellen Programm des 16. Filmfests Braunschweig. Die Arbeit markiert eine frühe Auseinandersetzung mit der Fragmentierung des Körpers und der Dekonstruktion filmischer Linearität (vgl. Silverman 1996).
- „Ain’t no Sunshine – When she’s gone“ (11 Min., 2008): Dieser Kurzfilm feierte seine Uraufführung am 9. November 2008 auf dem 22. Internationalen Filmfest Braunschweig im Rahmen des Sonderprogramms der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
Die filmwissenschaftliche Relevanz von „Ain’t no Sunshine – When she’s gone“ erweist sich insbesondere in seiner anhaltenden institutionellen Resonanz. Der Film wird bis heute regelmäßig in den kuratierten Filmreihen und Programmen der HBK-Plattformen gezeigt (vgl. HBK Filmforum). Zuletzt wurde die Arbeit im Rahmen der Reihe „Grenzgänge: Kurzfilmprogramm: Geburt/Leben/Tod“ unter der wissenschaftlichen Leitung und Einführung von Prof. Michael Brynntrup in das offizielle Semesterprogramm integriert. Diese zyklische Wiederaufführung über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten demonstriert, wie zeitbasierte Medienkunst durch veränderte kuratorische Rahmungen fortlaufend re-kontextualisiert wird und im kollektiven Gedächtnis der Institution verankert bleibt (vgl. Welzer/Moller 2002).
3. Die Praxis der monochromen Malerei: Materialität, Tiefe und haptischer Raum
Die jüngeren malerischen Arbeiten knüpfen an die kunsthistorische Tradition der Monochromie an, die das Bildwerk auf den Einsatz einer einzigen Farbe oder die feinen Abstufungen innerhalb einer Farbfamilie reduziert (vgl. Glissant 1999). Doch statt einer starren, flachen Verweigerung von Bildinhalten, wie sie der frühe Minimalismus forderte, widmet sich die eigene Praxis dem Ausloten von Tiefe, Licht und haptischer Materialität.
In Serien wie den „Variationen in Blau“ wird die monochrome Fläche durch das methodische Aufhellen und Abdunkeln der Basisfarbe strukturiert. Durch das schichtweise Auftragen, Verreiben und das gezielte Beigeben von Pigmenten entstehen tiefe, atmosphärische Farbräume. Die Arbeiten bewegen sich an der Grenze zwischen leuchtender Intensität und melancholischer, einsamer Stille.
Ein zentraler Innovationspunkt dieser Malerei ist das Tastmodell als dreidimensionale Malerei. Die monochrome Leinwand bricht hier aus ihrer Zweidimensionalität aus und wird zu einem fühlbaren, plastischen Objekt. Indem Pinselstrukturen, Spachtelschichten und Texturen zu einem reliefartigen Körper geflochten werden, wird das Bild im Sinne einer Engaged Pedagogy (vgl. Kazeem-Kaminski 2016) auch für alternative Wahrnehmungsformen geöffnet. Die monochrome Fläche verweigert das illustrative Abbild und wird stattdessen zu einem eigenständigen, physisch erfahrbaren Kraftfeld, das den Blick und den Tastsinn dekolonisiert (vgl. Dascal 2007).
4. Visuelle Kommunikation im politischen Raum und Vermittlung
Einen signifikanten Transfer von der freien Kunst in die angewandte, gesellschaftspolitische Praxis markiert das Projekt „enlightening the parliament“ im Jahr 2022. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Niedersächsischen Landtages konzipierte die Kunstvermittlung des Instituts Freie Kunst der HBK Braunschweig unter der Leitung von Prof. Martin Krenn eine großformatige Illumination und Klanginstallation an der Fassade des Landtages in Hannover (vgl. HBK-BS News: Studierende illuminieren den Landtag). In diesem interdisziplinären Gefüge lag die fundamentale Verantwortung für die grafische Gestaltung des Gesamtprojekts in meinen Händen.
Die Synthese aus fortlaufender künstlerischer Praxis – von den filmischen Arbeiten bis zu den neuesten Ausflügen in die monochrome und dreidimensionale Malerei – findet im pädagogischen Alltag ihre Fortsetzung. In der digitalen und analogen Kunstvermittlung für Schüler*innen wird systematisch dokumentiert, wie diese ästhetischen Strategien der Farbreduktion, des relationalen Arbeitens im Kunstverein Braunschweig und der Raumbefragung für Jugendliche fruchtbar gemacht werden. Als Lehrkraft gelingt es so, die im analogen und digitalen Raum erprobten Strategien direkt in die Bildungsinstitutionen zu tragen, um dort tradierte Sehgewohnheiten aktiv zu hinterfragen (vgl. Sternfeld 2014).
5. Literatur- und Quellenverzeichnis
- Borer, Nadja / Sieber, Samuel (Hg.) (2011): Blickregime und Dispositive audiovisueller Medien. Bielefeld: transcript.
- Bourriaud, Nicolas (2002): Relational Aesthetics. Dijon: Les Presses du Réel.
- Dascal, Marcelo (2007): Colonizing and decolonizing minds. Tel Aviv: Tel Aviv University.
- Filmbüro Niedersachsen e.V. (2014): Online-Archiv und Dokumentation niedersächsischer Filmproduktionen. http://archiv2014.filmbuero-nds.de/.
- Glissant, Édouard (1999): Poétiques d’Edouard Glissant: actes du colloque international. Paris: P.U.F.
- Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) (2022): Pressemitteilung: Studierende illuminieren den Niedersächsischen Landtag. hbk-bs.de.
- Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) (2025): Veranstaltungskalender und Filmforum-Archiv. https://www.hbk-bs.de/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltungen-detailseite/hbk-filmforum.
- Kazeem-Kaminski, Belindan (2016): Engaged Pedagogy. Antirassistische und dekoloniale Perspektiven auf Lehre und Vermittlung. Wien: Zaglossus.
- Meyer, Torsten (2011): Next Art Education. Kunstpädagogische Praxis in der Kultur der Digitalität. München: kopaed.
- Mörsch, Carmen (Hg.) (2009): Kunstvermittlung 2. Eine Dokumentation des Begleitforschungsprojekts zur documenta 12. Zürich/Berlin: Diaphanes.
- Sabisch, Andrea (2007): Inszenierung der Suche. Erkundungen kunstpädagogischer Praxis. Bielefeld: transcript.
- Schade, Sigrid (2002): Körper und Bildkonstruktionen in den Medienkulturen. In: Schade, S. / Wenk, S. (Hg.): Studien zur visuellen Kultur. Bielefeld: transcript, S. 45–62.
- Silverman, Kaja (1996): The Threshold of the Visible World. New York/London: Routledge.
- Stallschus, Sven (2017): Das digitale Portfolio als ästhetisches Archiv und Vermittlungsmedium. In: Medien und Pädagogik, Bd. 28, S. 104–119.
- Sternfeld, Nora (2014): Verlernen vermitteln. Kunstvermittlung als radikale Praxis im Machtraum Institution. Wien: Turia + Kant.
- Welzer, Harald / Moller, Sabine (2002): Opa war kein Nazi. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis. Frankfurt am Main: Fischer.