Bachelorarbeit im Fach Kunstpädagogik




Ich verwende ein Mapping auf Miro und in gedruckter Form als Übersicht zur Kategorisierung, obwohl dies dem Gedanken von Édouard Glissant und seinem Begriff des „Rechtes auf Opazität“ widerspricht, in dem er sich gegen die Kartierung durch die westliche Gesellschaft zur Einteilung von „anderen“ Personen ausspricht.
Édouard Glissant, einer der postkolonialen Strömung zugeordneter Autor, benennt ein Recht auf Opazität, als Reaktion auf die Kategorisierung in der westlichen Gesellschaft, sowie den gewaltvollen
Akt der Ausleuchtung des „Anderen“ . Vgl.:„Ich fordere für alle das Recht auf Opazität, was nicht Abschottung bedeutet. Damit wende ich mich gegen die vielen Reduktionen, die den Blick auf die falsche Klarheit der universalen Modelle einschränken. Es ist für mich nicht notwendig, irgendjemand zu ‚verstehen‘, wer es auch sei, ein einzelner Mensch, eine Gemeinschaft, ein Volk, ihn (nach dem französischen ’comprendre‘ d. Ü) ‘zu vereinnahmen’, um den Preis, ihn zu ersticken, ihn so in geisttötenden Totalität zu verlieren, die ich als Voraussetzung einführen würde, um mit ihm zu leben, mit ihm etwas aufzubauen, mit ihm etwas zu riskieren.“ Glissant, Édouard: Poétiques d‘ Edouard Glissant: actes du colloque international „Poétiques d’Edouard Glissant“, ParisSorbonne, 11-13 mars 1998. Paris 1999. S. 24. Zitiert nach: Kehrer, Christina: „if you don’t get it, I don’t have time for you“. Transparenz, Sichtbarkeit und ein Recht auf Opazität in Anlehnung an queere Theorie und Praxis. Wien 2017. S. 84.
Mir ist dieses Defizit, welches ich durch das Kategorisieren und Einteilen erreichen würde, im Verlauf der Arbeit an meinem Projekt bewusst geworden, und ich habe versucht den Blick auf das Bildmaterial durch ein Angebot an verschiedenen Formaten für das Bildmaterial zu erweitern.
Durch die Wahl unterschiedlicher Formate (Heft 1 und 2 und einer Karte mit Bildmaterial), Schreibstile (z.B. wissenschaftliches Schreiben, Memos u.a.) und unterschiedlichem Seitenaufbau von linker und rechter Seite, möchte ich ein Angebot bereitstellen, das zum Nachdenken über des ThemaBlickregime, „Bilderrepertoire“ und Herkunftslinien anregen soll. Die Texte können unabhängig vom Beginn zum Ende oder im Lesefluss variiert gelesen werden. Dabei kann von einem Heft zum anderen gesprungen werden. Der Praxis- und Theorie-Teil können parallel gelesen werden.
Einleitung und Forschungsfrage
Grundlage meiner Bachelorarbeit sind drei Seminare zur Magazingestaltung, die ich im Rahmen von Lehraufträgen an einer Hochschule für Medien in Niedersachsen im Studiengang Medienmanagement gehalten habe.
In meiner Bachelorarbeit werde ich mich daher mit der Verwendung von Bildmaterial in Magazinen beschäftigen, die von den Studierenden selbst gestaltet wurden.
Ich erforsche hierzu den Einsatz von Bildern um das „Unsichtbarmachen“ von marginalisierten Randgruppen, wie zum Beispiel als BIPo3 gelesene Personen in Pressebildern, sichtbar zu machen. Ich sehe gewisse Diskriminierungsformen als gesellschaftliches Phänomen mit sozialer Konstruktion an. Dabei stelle ich mir die Frage: Wie kann ich mitschwingende Körperbilder sichtbar machen, kartieren und de-konstruieren beziehungsweise re-konstruieren?
Meine übergeordnete Forschungsfrage dazu lautet: Wie lässt sich das Blickregime des „Unsichtbarmachens“ sichtbar machen?
In einem weiteren Fragebereich werden ich mich in einem Lehrexperiment mit meiner Rolle als Lehrkraft beschäftigen. Werden wir zu Performer*innen der bestehenden Machtverhältnisse? Und erfolgt die Reproduktion und Festschreibung von Machtverhältnissen innerhalb des bestehenden Bildungssystems bewusst? Was ergibt die Schulbuchanalyse meines verwendeten Lehrwerkes in Bezug auf die Diversität der dargestellten Körperbilder?
Literaturverzeichnis
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