interaktive Kunstvermittlung gestalten – an der Schnittstelle zwischen Design und Kunstvermittlung












Meine Aufgabe war es, die Grafische Gestaltung zum Kunstvermittlungs-projekt in Form eines Gestaltungskonzeptes für das Plakat, die Fragekarten Sets und Mesh-Banner zu entwerfen. Eine besondere Herausforderung war die grafische Gestaltung und technische Umsetzung der Mesh-Banner für die Technik-Türme der Video-Installation (2 Meter breit, 7 Meter hoch) vor dem Niedersächsischen Landtag in Hannover.
Die Entwicklung des Design von 53 Fragekarten zum Thema Demokratie inklusive der Entwicklung einer Website zur Dokumentation standen im Fokus. Diese Entwicklung reduzierter grafischer Symbole zu 15 politischen Themen wie beispielsweise „Demokratie stärken“, „Partizipative Formen der Beteiligung“ und „Radikalisierung der Demokratie“ u. a. habe ich mit einer minimalistischen Formsprache aus geometrischen Symbolen umgesetzt.
Das Kunstevent „enlightening the parliament“ vor dem Landtag unter freiem Himmel, im für Jugendliche umstrittenen öffentlichen Raum, und das Design der Fragekarten Sets sind „niedrigschwellig“ gestaltet und laden zum Mitnehmen und Partizipieren durch reduzierte geometrische Formen und bunte Farben ein. Die einfache Formsprache mit geometrischen Formen bricht den eurozentristischen Kontext auf und öffnet diesen mit einer emotionalen und intuitiven Bildsprache.
„Zusammen mit den anderen Designelementen ermöglichen Formen es Designer:innen, Charaktereigenschaften und Emotionen auf nonverbale Weise zu vermitteln.“
Levanier, Johnny: Die Bedeutung von Formen im Design. 99designs .In:
https://99designs.de/blog/design-tipps/bedeutung-von-formen/
Es wird kein figürliches Bildmaterial verwendet um nicht in eine bestimmte visuelle Richtung im kunstgeschichtlichen Kanon zu lenken. Es ist kein Vorwissen nötig um sich mit Demokratie auseinander zu setzen. Die Vermittlungsaktion findet draußen unter freiem Himmel statt, man muss sich nicht in ein ehrwürdiges Museum oder politisches Gebäude (Landtag) begeben. Dennoch haben die Abgeordneten des Landtages das Vermittlungsangebot vor Ort zu diskutieren nicht in dem Maße angenommen, wie es erwartet wurde. Hingegen die Chance in einem Videostatement auf dem Landtag gezeigt zu werden, wurde auch von Abgeordneten gerne angenommen und mit dem Ausspruch:
„Ich freue mich Teil von „enlightening the parliament“ zu sein“, auf Facebook kommentiert.
Vgl. Alt, Lars: über Facebook: „Hochschule trifft Kultur, Zivilgesellschaft und Stadtentwicklung. Ich freue mich Teil von „enlightening the parliament“ zu sein. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des
Niedersächsischen Landtages wird aktuell die Fassade des Parlaments von Studierenden der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig illuminiert. Ein Projekt zur Diskussion unseres demokrati-
schen Zusammenlebens!“ In: https://www.facebook.com/alt.politik/ . 10.05.2022.
Vielleicht liegt es an der Haltung der Abgeordneten, dass diese keine „digital“ Natives sind und somit mit dialogischen und interaktiven Kommunikationsformen nicht sozialisiert sind und deshalb aktivere, partizipativere und selbstbestimmtere Formate der Kulturvermittlung nicht präferieren. Diese Annahme würde aber dem Interesse an einem Videostatement widersprechen.